«Kinderrechte in den digitalen Medien»


Eine privat-, strafrechtliche und forensische Auseinandersetzung

Ein Rückblick auf die Veranstaltung vom 20. September 2023

Wie schützen wir die, die sich selbst nicht schützen können? Unsere Kinder wachsen im Zeitalter des Internets, der sozialen Medien und den damit verbundenen Möglichkeiten auf. Doch diese bergen oftmals verheerende Gefahren. Wie Eltern, Schutzbefohlene und Institutionen mit diesen (oftmals sehr schockierenden) Gefahren umgehen und welche Rechte und Chancen zur Gefahrenabwehr und Verfolgung von Strafträter*innen bestehen, wurde in dieser Veranstaltung beleuchtet. Referiert von erfahrenen und bekannten Praktiker*innen wurden die verschiedenen Szenarien und Prozessabläufe in den Fokus gestellt. Ohne Tabus! Aktuell, berührend und essentiell zum Schutz derer, die wir vor sich selbst und den Gefahren im digitalen Zeitalter bewahren müssen.

Wir bedanken uns vielmals bei allen Referierenden und Gäste für ihre Unterstützung, ihre Beiträge und ihre Teilnahme an dieser wichtigen Veranstaltung!

Diese Veranstaltung wurde in Kooperation zwischen der Weblaw AG und Bär & Karrer ausgerichtet. Mit der Teilnahme an diesem Anlass unterstützten die Teilnehmenden den Verein für Schutz und Sicherheit (VSS), der sich der Prävention von Gewalt an Kindern widmet. 
10% der Gesamteinnahmen dieser Veranstaltung kamen entsprechend dem Verein zugute. Weitere Informationen erhalten Sie im unteren Abschnitt.

An diesem digitalen Anlass konnten Sie live via Zoom-Zuschaltung teilnehmen. 

Das Programm im Überblick

«Begrüssung»

Franz Kummer (Weblaw), Jutta Sonja Oberlin (Google), Christian Kunz (Bär & Karrer)

Die Grundidee dieser Veranstaltung wurde von Jutta Sonja Oberlin (CIPP/E, CIPM, FIP, Program Manager Cloud Privacy, Google) und Dr. Christian Kunz (CIPP/E, Partner, Bär & Karrer) an die Weblaw AG herangetragen. Gemeinsam mit dem Team, rund um Franz Kummer (Gründer und CEO der Weblaw AG) wurde das Konzept dieser wichtigen und spannenden Vortragsveranstaltung umgesetzt. 

Gemeinsam begrüssten die drei Hauptinitiatoren zu diesem Anlass und führten in das Programm des Tages ein. 


«Täterbezogene Sekundärprävention zur Verhinderung von sexuellem Kindesmissbrauch»

M. Sc. Fanny De Tribolet, Leitung Präventionsstelle Pädosexualität, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Klinik für Forensische Psychiatrie

Fanny De Tribolet studierte Psychologie und Kriminologie an der Universität Bern und arbeitet seit 2010 in verschiedenen Funktionen an der Klinik für Forensische Psychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Nach Erlangung der Fachtitel für Psychotherapie und Rechtspsychologie absolvierte sie sexualtherapeutische Ausbildungen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der Charité, Universitätsmedizin Berlin. 

Seit Januar 2021 leitet Fanny de Tribolet-Hardy die Präventionsstelle Pädosexualität der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.

Sie ist beteiligt am Präventionsprojekt «Kein Täter werden» - welches ursprünglich an der Charité in Berlin ins Leben gerufen, mittlerweile aber auch an einigen weiteren Standorten in Deutschland umgesetzt wurde.


«Potentielle Gefahren des Internets und der Digitalisierung für die psychische Gesundheit von Kindern»

Dr. Ronan Zimmermann, Research Department, Child and Adolescent Psychiatric Hospital of the University of Basel (UPK)

Dr. Ronan Zimmermann studierte Psychologie und Erziehungswissenschaften an der Universität von Louvain-la-Neuve in Belgien. Seinen PhD erhielt er zum Thema der Früherkennung von Psychosen an der Universität Basel.
Nach seinem Postdoc beschäftigte er sich mehrere Jahre mit Persönlichkeitsstörungen im Jugendalter und vor allem damit,  wie diese effektiv behandelt werden können.
Zur Zeit leitet Ronan Zimmermann ein internationales Forschungsprojekt zum Thema Digitalisierung in der Psychologie und der Psychotherapie. Dabei ist es ihm wichtig mit Kollegen aus Entwicklungsländern zusammenzuarbeiten und diese bei ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen.


«Gefahren für Kinder im Internet»

Thomas Werner, Leiter Ermittlungsstelle Kinderschutz der Stadtpolizei Zürich

Thomas Werner spricht in seiner Funktion als Leiter der Fachgruppe Kinderschutz bei der Stadtpolizei Zürich. 


«Die Strafverfolgung von Kinderpornografie - Kinderbilder im Internet - legal = egal?»

Sarah Kunz von Hoyningen-Huene, MLaw, Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Frauenfeld

MLaw, CAS Forensics, ist Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Frauenfeld. Zuvor war sie Gerichtsschreiberin und Vorsitzende der Schlichtungsbehörde an einem Zürcher Bezirksgericht und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht und Medizinrecht von Prof. Dr. Brigitte Tag. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit wurde Sarah Kunz von Hoyningen-Huene dieses Jahr als Teilnehmerin in das PhD Programm Biomedical Ethics and Law der Universität Zürich aufgenommen und zum Vorstandsmitglied eines Vereins zur Prävention sexueller Ausbeutung von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Beeinträchtigungen gewählt.


«Kindesschutz und digitale Medien»

Dr. Patrick Fassbind, Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), Basel-Stadt

Dr. Patrick Fassbind ist Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) im Kanton Basel-Stadt


«Kinderrechte in den digitalen Medien – kontextuelle Gedankenanstösse»

Prof. Dr. habil. Monika Pfaffinger, Zürich

Kinderrechte im digitalen Raum – ein weites Feld und gleichwohl von vermeintlich klaren Kategorien strukturiert. Der Beitrag beleuchtete das Thema in einem Tour d’Horizon über die diversen zusammenspielenden Teilbereiche: Vom zivilrechtlichen Persönlichkeitsschutz über den Datenschutz, vom Kindesschutzrecht über das Familienrecht und die Relevanz von Kommunikation in Familien. Aus einer kontextuellen Betrachtung wurde ein besseres Verständnis für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft generiert, zum wirksamen Schutz von Kindern.


«Risiken eines digitalen Auftritts der Kinder, Erkenntnisse aus der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen»

Dr. Claire Daams, MA, LL.M., Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität des Kanton Thurgau

Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität verfolgt die Straftaten, die einen Bezug zur Wirtschaft aufweisen und quantitativ oder qualitativ komplexe Sachverhalte beinhalten oder die einen Bezug zu kriminellen Organisationen haben. Sie ist für den ganzen Kanton zuständig und hat ihren Sitz in Frauenfeld. Dr. Claire Daams leitet als Oberstaatsanwältin diese Institution. 


«Kurzvortrag Kinderschutz Schweiz»

«Kinderschutz Schweiz ist eine unabhängige privatrechtliche Stiftung und gesamtschweizerisch tätig. Als gemeinnützige Fachorganisation macht sie sich dafür stark, dass alle Kinder in der Schweiz im Sinne der UNO-Kinderrechtskonvention in Schutz und Würde aufwachsen. Kinderschutz Schweiz setzt sich mit Präventionsangeboten, Sensibilisierungskampagnen und politischer Arbeit dafür ein, Gewalt an Kindern zu verhindern.»


«Kurzvortrag Limita»

Limita hat ihren Sitz in Zürich, ist jedoch als Kompetenzzentrum zur Prävention sexueller Ausbeutung in der ganzen Deutschschweiz tätig.
Aktuell ist Limita z.B. in folgenden Kantonen aktiv: Aargau, Appenzell, Basel Stadt, Basel Land, Bern, Freiburg, Graubünden, Luzern, Schwyz, Schaffhausen, Solothurn, St. Gallen, Obwalden, Zug und Zürich.
Die Arbeitsbereiche von Limita liegen im Rahmen der Präventionsarbeit mit zahlreichen Facetten. 


«Tertiärprävention bei Kinderpornografie - Konsumenten»

Dr. Thierry Urwyler, Senior Researcher (JuWe), Lehrbeauftragter und Habilitand der Universität Zürich

Justizvollzug und Wiedereingliederung (JuWe) ist Teil der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich und beschäftigt rund 1'100 Mitarbeitende. Dr. Thierry Urwyler ist dort als Senior Researcher tätig. Zudem ist er Lehrbeauftragter und Habilitand der Universität Zürich.


«Digitale Kindeswohlgefährdung»

Prof. Dr. Rahel Heeg, Co-Leiterin des Instituts Kinder- und Jugendhilfe (IKJ), Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Junge Menschen wachsen in einer sich schnell und tiefgreifend verändernden Gesellschaft auf. Was bedeutet dies für sie selber und für das Hilfesystem? Rahel Heeg gab einen Einblick in die digitalisierten Lebenswelten von Heranwachsenden, sie beschrieb daraus folgende neue Formen der Gefährdung und skizzierte die damit verbundenen Herausforderungen für das Hilfesystem.

Prof. Dr. Rahel Heeg ist Co-Leiterin des Instituts Kinder- und Jugendhilfe (IKJ), Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Sie studierte Soziologie, Psychologie und Soziale Verhaltenswissenschaften an der Universität Zürich und der Fernuniversität Hagen. Seit 2009 forscht und lehrt sie an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW im Institut Kinder- und Jugendhilfe. In ihrer Dissertation untersuchte sie, welche Bedeutung physische Gewaltausübung für weibliche Jugendliche hat. Sie hat in einem grossen Themenspektrum der Kinder- und Jugendhilfe geforscht. Forschungsschwerpunkte waren in den letzten Jahren die (mediatisierten) Lebenswelten Heranwachsender und der Umgang der Sozialen Arbeit  mit medienbezogenen Themen. Sie ist Mitherausgeberin eines Sammelbands zu digitalisierten Kindeswohlgefährdungen.

 

 


«Nur das Beste? Digitale Überwachung der Kindergesundheit»

Dr. Sandra Husi, Datenschutzexpertin und Datenschutzbeauftragte des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements

Sandra Husi ist Datenschutzexpertin und Datenschutzbeauftragte des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements.


«Datenschutz an Schulen: Schaut her - unsere Schüler»

Philipp Studer, Öffentlichkeits- und Datenschutzbeauftragter Schwyz, Obwalden, Nidwalden

Philipp Studer, lic.iur., ist seit 2016 (Öffentlichkeits- und) Datenschutzbeauftragter der Kantone Schwyz, Obwalden und Nidwalden. Zuvor war er dort seit 2009 als stellvertretender Beauftragter tätig und davor arbeitete er in der Bundesverwaltung bei der Direktion für Ressourcen und Aussennetz des EDA sowie dem Bundesamt für Polizei fedpol. Bei seiner heutigen Tätigkeit berät und kontrolliert er mit seiner Fachstelle öffentliche Organe hinsichtlich deren Bearbeitung von Personendaten. Das betrifft u.a. auch die Schulen. Dabei und auch bei anderen seiner Tätigkeiten zeigten sich in den vergangenen Jahren immer wieder Schnittstellen mit Angaben zu Kindern. Er versucht, den nicht immer nur populären, aber doch sehr wichtigen Bereich Datenschutz möglichst vielen Personen «ans Herz zu legen».


«Panel Diskussion»

Moderation Jutta Sonja Oberlin (Google) und Christian Kunz (Bär & Karrer)

Moderiert von Jutta Oberlin und Christian Kunz wurde eine Diskussionsrunde gestartet, an der sich Rahel Heeg, Claire Daams, Sandra Husi, Sarah Kunz von Hoyningen-Huene, Thomas Werner, Philpp Studer, Ronan Zimmermann und Patrick Fassbind beteiligten.

Im Anschluss endete die Veranstaltung.


Ein herzlicher Dank an unsere Referierende

Franz Kummer

lic. iur., Inhaber und CEO Weblaw AG und Weblaw GmbH (Deutschland)

Jutta Sonja Oberlin

LL.M.  EMBA (HSG) CIPP/E CIPM FIP Cert.DPO Cert. Compliance Officer

Christian Kunz

Dr., Rechtsanwalt, LL.M., CIPP/E, CAS ETH in Cyber Security, Partner Bär & Karrer

Fanny De Tribolet

M. Sc., Leitung Präventionsstelle Pädosexualität, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, Klinik für Forensische Psychiatrie

Patrick Fassbind

Dr., Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, Basel-Stadt

Ronan Zimmermann

Dr., Research Department, Child and Adolescent Psychiatric Hospital of the University of Basel (UPK)

Thomas Werner

Leiter Ermittlungsstelle Kinderschutz der Stadtpolizei Zürich

Sarah Kunz von Hoyningen-Huene

MLaw, Staatsanwältin, Frauenfeld

Monika Pfaffinger

Prof. Dr. habil., Zürich

Claire Daams

Dr., MA, LL.M., Oberstaatsanwältin, Kanton Thurgau

Thierry Urwyler

Dr., Senior Researcher (JuWe), Lehrbeauftragter und Habilitand der Universität Zürich

Rahel Heeg

Prof., Dr., Co-Leiterin des Instituts Kinder- und Jugendhilfe (IKJ), Hochschule für Soziale Arbeit FHNW

Sandra Husi-Stämpfli

Dr., Datenschutzexpertin und Datenschutzbeauftragte des Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

Philipp Studer

Öffentlichkeits- und Datenschutzbeauftragter Schwyz, Obwalden, Nidwalden

Verein für Schutz und Sicherheit (VSS)

Der Verein für Schutz und Sicherheit (VSS) leistet bereits seit 2014 einen wichtigen Beitrag zur Kriminalprävention. Ziel des Vereins ist es, die Bevölkerung zu informieren und für Themen rund um die Sicherheit von Kindern zu sensibilisieren. 
Durch wichtige Präventionsbroschüren und Malbücher sollen Kinder und Jugendliche aufgeklärt und somit vor Gewalt geschützt werden. Während beispielsweise die Broschüre «Mein Körper gehört mir!» eine kostenlose Informationsbroschüre gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Buben ist, widmet sich die Präventionspublikation «SICHER SURFEN» den wichtigen Aspekten rund um die Gefahren im Internet. Mit dem Kripo Kindermalbuch ist das Ziel verbunden, kindgerecht die kriminalpolizeiliche Arbeit zu beschreiben. Hierbei werden Verhaltenstipps zur Vermeidung von Straftaten gegeben und Beispiele gezeigt. Das Patronat des Vereins hält der VSPB, der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter. 

Weitere Infos

Weitere Einrichtungen im Rahmen des Kinderschutzes

Limita

«Fachstelle zur Prävention sexueller Ausbeutung»

Kinderschutz Schweiz

«Die starke Stimme der Kinder in der Schweiz»

NetzBeweis

«Beweissicherung im Internet - ganz leicht»